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...reicht vom grünen Lichtenrade bis zum KaDeWe. Hinter der schnöden Bezeichnung "Wahlkreis 82" verbirgt sich der Bezirk Tempelhof-Schöneberg - mit seiner Mischung aus grünen und urbanen Stadtteilen sicher einer der heterogensten und zugleich spannendsten Bezirke Berlins. Er erstreckt sich von der südlichen Innenstadt Berlins, vom KaDeWe am Wittenbergplatz bis zur südlichen Stadtgrenze Berlins in Lichtenrade.
Als die Deutsche Flugsicherung am 6. September 2010 zum ersten Mal die geänderten Flugrouten für den zukünftigen Großflughafen Berlin-Schönefeld vorstellte, war der Schock groß: besonders im Berliner Süden wohnende Menschen würden demnach vermehrt von Fluglärm betroffen werden.

Luczak auf der Lichtenradener Montagsdemonstration mit Simon Lietzmann und CDU-Spitzenkandidat Frank
Henkel (v.r.n.l.) | ©Pete Shacky
Für Jan-Marco Luczak – der selbst in Lichtenrade wohnt – war dabei sofort klar: Die Menschen haben sich auf das verlassen, was bei den Flugrouten im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens zugrunde gelegt wurde. Dieses Vertrauen durfte nicht enttäuscht werden!
Deswegen stand er von Anfang an bei dem Montagsdemonstrationen an der Seite der Menschen in Lichtenrade und setzte sich gegenüber Bundesverkehrsminister Ramsauer (CSU) und Bundeskanzlerin (CDU) vehement für den Ortsteil ein. Mit Erfolg: Ramsauer und Merkel stellten sich öffentlich klar und unmissverständlich hinter die Forderung nach Vertrauensschutz.
Am 4. Juli 2011 zeigte der gemeinsame Einsatz Erfolg: Die Deutsche Flugsicherung stellte der Fluglärmkommission ihre neuen Anflug- und Abflugrouten für den neuen Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) „Willy-Brandt“ vor – Lichtenrade bleibt vom Fluglärm verschont!
Die Abflugrouten von der Nordbahn in Richtung Westen sollen, wie in den ursprünglichen Planungen versprochen, geradeaus an Lichtenrade vorbeigeführt werden. Die abknickende Flugroute gleich nach dem Start, die die Deutsche Flugsicherung wegen der Parallelstarts im Herbst letzten Jahres vorgeschlagen hatte, war vom Tisch.
Dieser Erfolg war nur möglich, weil die Menschen in Lichtenrade das Problem zusammen angepackt haben – die Bürgerinitiative „Lichtenrade / Mahlow-Nord gegen Fluglärm“ und die Politik. Luczak sieht darin ein Vorbild auch für andere Bereiche.
Jan-Marco Luczak setzt sich in seinem Wahlkreis und speziell im Schöneberger Teil seit Jahren gegen Intoleranz und Homophobie ein – er ist regelmäßiger Gast beim Christopher Street Day (CSD), auf dem schwul-lesbischen Motzstraßenfest oder unterstützt das schwule Anti-Gewaltprojekt MANEO.
Vom Deutschen Bundestag wurde Luczak zudem in das Kuratorium der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld gewählt. Zweck der Stiftung ist es, gesellschaftlicher Diskriminierung homosexueller Frauen und Männer in Deutschland entgegenzuwirken. Das Kuratorium berät und unterstützt die Arbeit des Vorstandes und überwacht die Verwendung des Stiftungsvermögens von zehn Millionen Euro.

Luczak auf dem Motzstraßenfest
Luczak freut sich über die Wahl, denn als Mitglied des Kuratoriums kann er zukünftig noch viel direkter daran mitwirken die Gesellschaft toleranter und offener zu gestalten. Denn leider gibt es immer noch Anfeindungen und Gewalt gegenüber Homosexuellen. Luczak glaubt, dass vor allem die zugrundeliegenden Vorurteile angegangen werden müssen. Gewalt beginnt schließlich immer zuerst im Kopf. Deswegen setzt sich Luczak auch für eine gezielte Bildungs- und Aufklärungspolitik ein.
Er zeigt sich zuversichtlich, dass die Arbeit der Magnus-Hirschfeld-Stiftung dabei einen wichtigen Beitrag leisten wird, so dass bunte und vielfältige Lebensentwürfe ei selbstverständlicher Teil der Gesellschaft werden.
1997 wurde bekannt, dass die Deutsche Bahn plant, die Dresdner Bahn „wiederaufzubauen“. Diese soll den künftigen Schönefelder Großflughafen über den Bahnhof Papestraße an den Lehrter Bahnhof im Spreebogen anbinden. Nach den Planungen der Deutsche Bahn soll die Trasse dabei zu ebener Erde geführt werden.
Gemeinsam mit der Bürgerinitiative Dresdner Bahn e.V., die als parteiübergreifender Zusammenschluss Lichtenrader Bürger das Projekt bereits von Anfang an kritisch begleitet, kämpft Jan-Marco Luczak seit Jahren für eine Tunnellösung. Denn mit dem Bau der Bahn zu ebener Erde würden für die Anwohner nicht nur unzumutbare Belastungen durch Lärm und Erschütterungen entstehen, sondern auch der Ortsteil Lichtenrade faktisch in zwei Teile gespalten werden. Bahnübergänge wären aufgrund der hohen Zugfrequenz über große Zeiträume hinweg nicht passierbar. Zudem bestände die Notwendigkeit einer Schallschutzmauer von mindestens vier Metern Höhe.
Luczak steht im engen Kontakt mit dem Bundesministerium für Verkehr, um eine Lösung im Sinne der Lichtenrader zu erreichen. Bislang sind insbesondere die Gespräche mit der Deutschen Bahn schwierig: auch nach fünfzehn Jahren gibt es in der Sache noch keinen Fortschritt. Noch immer steht von Seiten der Bahn kein Zeitrahmen für die Fertigstellung der ebenerdigen Lösung fest. Denn ohne einen Planfeststellungsbeschluss – das Verfahren dazu läuft seit 2006 und liegt zur Zeit immer noch beim Eisenbahnbundesamt, dass auf weitere Eingaben der Bahn wartet – kann kein Termin für die Planfeststellung genannt werden. Damit können weder das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig noch das Eisenbahnbundesamt der eingereichten ebenerdigen Lösung zustimmen. Die Bürgerinitiative hat angekündigt zu klagen, wenn die ebenerdige Bauweise planfest gestellt würde.
Ein Teilerfolg konnte nunmehr wenigstens erreicht werden: im Berliner Koalitionsvertrag von CDU und SPD wurde auf Druck der Union festgeschrieben, dass sich das Land Berlin an den Mehrkosten für eine Tunnellösung finanziell beteiligen würde. Das ist ein wichtiger Punkt für die weiteren Gespräche mit der Bahn, um den Menschen in Lichtenrade endlich Sicherheit zu geben.