Die Einrichtung des Diakoniewerks in Neukölln ist für wohnungslose Menschen erste und leider oft auch einzige Anlaufstelle: Egal, ob es um eine warme Mahlzeit, ein heiße Dusche, Wäsche waschen, einen Haarschnitt, Hilfe bei Behördengängen oder schlicht um menschlichen Zuspruch geht – hier wird Hilfebedürftigen Menschen schnell und unkompliziert geholfen. „Es ist großartig, mit welchem Engagement hier ein Ort der Menschlichkeit und Nächstenliebe geschaffen worden ist“, lobt Luczak die Einrichtung. Umso bedenklicher stimmen ihn daher die Worte von Matthias Düring, einer der zwei hauptamtlichen Sozialarbeiter: „Wir arbeiten hier auf 124 Quadratmetern am Limit! Es fehlt uns an Platz, Personal und Lebensmitteln für die täglichen Angebote an Speisen“, so Düring.

Aufgrund der zunehmenden Anzahl der Gäste (knapp 85 pro Tag) müssen weitere Kapazitäten geschaffen werden, um die aktuell viertägige Öffnungszeit auszuweiten. Seit 2018 habe sich die Gästeanzahl um ein Drittel erhöht. Tendenz steigend. Auch finanziell stoße man bei der Einrichtung an die Grenzen. Zwar wurde im Jahr 2017 die Unterstützung des Neuköllner Bezirks auf ca. 130.000 Euro erhöht. Die tatsächlichen Ausgaben betragen aktuell ca. 180.000 Euro. Somit existiert eine Finanzierungslücke von rund 50.000 Euro. „Diese Lücke ist existenzgefährdend. Hier müssen wir schauen, dass wir mit vereinten Kräften die Finanzierung sicherstellen. Die Tee- und Wärmestube kann sich nicht allein auf ein erhöhtes Spendenvolumen verlassen“, so Luczak.

Weiterhin plädiert der Abgeordnete dafür, dass solchen sozialen Einrichtungen noch genießbare Nahrungsmittel von Supermärkten zur Verfügung gestellt werden, anstatt diese zu entsorgen. Hier gebe es Vorbilder in Frankreich an denen man sich orientieren könnte.

Der Bezirksstadtrat Falko Liecke wird zudem bei der Suche nach einer neuen Bleibe unterstützen, da der Vermieter der Tee-und Wärmestube bereits angekündigt hat, das Haus in der Weiselstraße 34 ab dem 1. Mai 2021 sanieren zu wollen und daher der Mietvertrag nicht fortgeführt werden könne. „Gemeinsam werden wir uns darum kümmern, dass es auch weiterhin ein gut erreichbares Angebot für Hilfsbedürftige in unseren Kiezen gibt und die Menschen Unterstützung und Zuspruch bekommen!“, erklärt Luczak.

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