Während eines Praktikums bei der Verwaltung des Deutschen Bundestages nutzte Jomana Khadimallah am 4. April die Gelegenheit und stellte ihrem Walkreisabgeordneten Dr. Jan-Marco Luczak persönliche sowie politische Fragen.

Im Folgenden das Interview mit dem Bundestagsabgeordneten Dr. Luczak:
Gespräch mit meinem Wahlkreisabgeordneten (Wahlkreis 082 Berlin-Tempelhof-Schöneberg), Dr. Jan-Marco Luczak, CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, am Montag, 4. April 2011

Nachdem Sie ihr Abitur gemacht haben, besuchten sie ein College in England. Ist das Grundvoraussetzung um Rechtsanwalt zu werden?

Nein, dass hat eigentlich damit gar nichts zu tun. Ich habe dies damals gemacht, weil es mir wichtig war, dass ich einen anderen Sprachraum und gleichzeitig auch eine andere Kultur kennenlerne. Es war eine ganz besondere Erfahrung, denn es war ein College, ein Internat sozusagen. Es hatte mit den Erfahrungen von zu Hause relativ wenig zu tun. Auf jeden Fall hat es sehr viel Spaß gemacht und es hat mich auch ein stückweit gesprägt.

Seit Oktober 2009 sind Sie Mitglied des Deutschen Bundestages und gehören hier der CDU/CSU-Fraktion an. Warum sind der CDU beigetreten?

Ich hab mich schon immer, auch früher als junger Mensch, sehr für Politik interessiert. „Vorbelastet“ durch mein Elternhaus bin ich jedoch nicht. Meine Eltern kommen ur-sprünglich aus dem Rheinland -man sagt auch das schwarze Rheinland-, dort ist alles sehr katholisch geprägt und so habe ich auch meine politische Grundeinstellung mitbekommen. Für mich war schon immer klar, es gibt für mich nur die Union. Zu Beginn meines Studiums begann ich mich dann dort zu engagieren.

Haben sie ein politisches „Vorbild“?

Das ist eine schwierige Frage. Es gibt natürlich einige Menschen die unser Land sowie meine Partei und somit auch mich sehr stark geprägt haben. Ich bin 1998 in die CDU ein-getreten. Das war der letzte Wahlkampf des früheren Bundeskanzlers Dr. Helmut Kohl. Er hat mich schon sehr geprägt. Seine Geradlinigkeit, und seine Standhaftigkeit haben mich sehr beeindruckt. Die Geschichte hat ihm in sehr vielen Punkten Recht gegeben.

Als Jurist in den Rechtsausschuss „zu gehen“ ist aus meiner Sicht naheliegend. Mussten Sie sich innerhalb der Fraktion darum „bewerben“ oder wurde dies von der Fraktion bestimmt?

Es ist natürlich schon so, dass man Wünsche äußern kann, in welchen Ausschüssen man mitarbeiten möchte. Gerade im Hinblick auf den Rechtsausschuss ist es so, dass es sehr viele Juristen bei uns in der Fraktion gibt. Einen gewissen Konkurenzkampf gibt es da schon und man muss schauen, dass man sich durchsetzt. Ich bin auf jeden Fall sehr froh, dass es bei mir geklappt hat.

Würden Sie sagen, dass ihr Beruf vielseitig ist?

Absolut, es gibt wahrscheinlich wenige Berufe die vielseitiger sind. Ich habe sehr viel mit Menschen zu tun und das gefällt mir und ist mir auch äußerst wichtig. Die Freude daran ist meiner Meinung nach die Grundvoraussetztung, wenn man Politik machen will. Wenn man sich nicht gerne für die Belange der Menschen einsetzt, dann ist man dort auch falsch aufgehoben . Darüber hinaus ist es thematisch und inhaltlich sehr abwechslungsreich. Von den fachpolitischen Themen im Ausschuss, bis hin zu den Dingen die im Wahlkreis bestimmend sind, ist es schon ein beachtliches Spektrum.

Wie lang ist ihr Arbeitstag in etwa?

Meine Arbeitszeiten entsprechen auf jeden Fall nicht dem Arbeitszeitgesetz. Es ist unter-schiedlich zwischen Sitzungswochen und sitzungsfreien Wochen. In den Sitzungswochen bin ich selten vor 23.00 Uhr zu Hause, und ich fange täglich zwischen 8.00 und 9.00 Uhr an. Hinzu kommen noch die Termine an den Wochenenden, wo man in Wahlkreis unter-wegs ist.

Ist eine bestimmte soziale Kompetenz in ihrem Beruf wichtig?

Die Freude an der Arbeit für und mit Menschen, sowie das Ernstnehmen derer Belange ist enorm wichtig. Wenn man das nur für sich selbst machen würde, dann wäre man dort falsch. Ein gehöriges Maß an Idealismus muss man schon mitbringen.

Sie sind ja Bundesabgeordneter für Tempelhof-Schöneberg. Bedeutet das viel Stress für Sie? Können Sie sagen, dass Ihnen ihr Beruf Spaß macht?

Spaß macht es mir auf jeden Fall, obwohl auch oft Stress dabei ist. Es gibt immer wieder neue Situationen, denen man sich zeitnah stellen muss. Das Telefon steht in den Sitzungs-wochen so gut wie nie still. All dies führt dazu, dass man immer unter einer gewissen Anspannung steht. Für mich ist es auf jeden Fall postiver Stress.

Was gefällt ihnen Besonders gut an ihrer Arbeit / was nicht ?

Die Vielseitigkeit und die Möglichkeit Dinge mitgestalten zu können, finde ich toll. Wenn man viel von seinen eigenen Vorstellungen mit einbringen kann, die dann auch in Teilen umsetzt werden, dann freut das einen. Die negativen Seiten des Berufes gibt es natürlich auch. Oft wird man für Dinge verantwortlich gemacht, für die man gar nichts kann. Das gehört aber offensichtlich dazu. Das man zeitlich sehr eingespannt ist, dass muss einem von vornherein bewusst sein.

Können Sie jungen Menschen Tipps geben wie man in die Politik einsteigen kann?

Ich würde es auf jeden Fall empfehlen, weil ich es gut finde, dass man sich für seine Gesellschaft, für das Gemeinswesen engagiert. Man sollte dennoch erst die berufliche Ausbildung abschließen. Ein berufliches Standbein ist sehr wichtig. Über einen Bekannten, mit dem ich mich über politische Dinge ausgetauscht habe, bin ich zur Jungen Union ge-kommen. Das war für mich der Einstieg in die Politik.

Finden sie alles richtig was in der Politik geschieht oder würden sie gerne etwas ändern?

Ich glaube man geht nicht deshalb in die Politik, weil man sagt, es ist alles super und man will ohnehin nichts ändern. Meistens gibt es bestimmte Dinge, wo man sagt, dass würde ich aber anders machen oder hier sind meine Vorstellungen anders gelagert. Insofern würde ich nie sagen, dass alles gut ist, was die Politik macht. Das selbe gilt für meine Partei. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass ich hier an der richtigen Stelle bin um etwas in meinem Sinne zu beeinflussen und zu verändern.

Ich danke Ihnen recht herzlich für das Gespräch und wünsche Ihnen einen angenehmen Tag.

Jomana Khadimallah Praktikantin bei der Verwaltung des Deutschen Bundestages, im Referat ZT 4 –Teilbereich Etagendienst-

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