Die SPD-Fraktion Tempelhof-Schöneberg hat am Mittwoch, 20. März 2019 einen Antrag in die Bezirksverordnetenversammlung eingebracht, nach dem das Gewerbegebiet Motzener Straße besser verkehrlich angebunden werden soll. Ziel ist eine Stichstraße, die den Schichauweg mit der B101 verbindet – direkt durch die als Landschaftsschutzgebiet geplante Marienfelder Feldmark. Der Bundestagsabgeordnete von Tempelhof-Schöneberg Dr. Jan-Marco Luczak zeigt sich verärgert über diesen Vorstoß:

„Eine Stichstraße bedeutet deutlich mehr Autos und insbesondere Güterkraftverkehr. Das heißt mehr Lärm, Feinstaub und Stickoxide. Die Feldmark ist aber ein wertvoller Lebensraum für Tiere und seltene Pflanzen. Sie dient vielen Menschen in Lichtenrade und Marienfelde als Naherholungsgebiet. Diese grüne Idylle darf nicht zerstört werden!“

Nach Luczak würde auch der gesamte Verkehr in Lichtenrade zunehmen: „Klar ist, dass viele Autofahrer die Stichstraße als Abkürzung nach Berlin oder Großziethen nutzen werden. Autos und LKW donnern dann an Schulen vorbei durch die bereits jetzt überlastete Barnetstraße. Das will ich nicht.“

Auch der Ländliche Reiterverein Lichtenrade wäre durch die Baumaßnahme massiv betroffen. Der LKW-Verkehr würde direkt an seinen Stallungen, Reitanlagen und Weiden vorbeiführen. Des Weiteren soll dem Reiterverein eine große Ampelanlage direkt vor die Nase gesetzt werden. Luczak: „Den gemeinnützigen Verein gibt es seit fast 100 Jahren. Ihm darf jetzt nicht das Leben schwer gemacht oder sogar seine Existenz gefährdet werden.“

Irritiert ist Luczak insbesondere über das Verhalten der SPD: „Noch im letzten Jahr haben Bezirksbürgermeisterin Schöttler und Stadtrat Schworck zugesichert, für die Feldmark einzustehen und diese in ein Landschaftsschutzgebiet umwandeln zu wollen. Und jetzt dieser Vorstoß, der alles zunichte machen würde. Das untergräbt nicht nur Vertrauen in Politik, sondern hintertreibt auch das jahrelange ehrenamtliche Engagement der Bürgerinitiative „Rettet die Marienfelder Feldmark“. Bürgernahe Politik sieht anders aus.“

Auch wenn Luczak die Stichstraße ablehnt, hat er doch großes Verständnis für die Forderungen des Unternehmensnetzwerkes Motzener Straße, besser verkehrlich erschlossen zu werden. Das sei aber auch durch eine Verbesserung der Situation des Abbiegeverkehrs von der B101 in den Nahmitzer Damm erreichbar: „Bei der konkreten Umsetzung dürfen aber nicht allein verkehrsökonomische Gesichtspunkte den Ausschlag geben. Der Schutz von Pflanzen und Tieren und insbesondere die Erhaltung von lokalen Naherholungsgebieten muss ebenso berücksichtigt werden.“

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