Der morgige Internationale Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie (IDAHOBIT) ist in Zeiten vermehrter homophober Angriffe und Diskriminierungen wichtiger denn je. Er ist ein Aufruf gegen Homophobie, Diskriminierung und Gewalt.

Das Berliner Anti-Gewalt-Projekt MANEO erfasste im Jahr 2018 fast 400 homo- oder transfeindliche Übergriffe. Das ist eine Steigerung um etwa 20 Prozent gegenüber 2017. Dr. Jan-Marco Luczak, direkt gewählter Bundestagsabgeordneter für Tempelhof-Schöneberg ist über den Anstieg der Übergriffe erschüttert:

„Die Zunahme der Anfeindungen und Überfälle auf Lesben, Schwule, Transsexuelle und Transgender ist erschreckend. Das zeigt leider, dass die Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt immer noch nicht von allen Menschen getragen wird. Ich will, dass Berlin eine offene, tolerante und bunte Stadt ist – jeder muss hier leben und lieben können, wie er will. Die Politik ist gefordert, all denjenigen entschlossen entgegenzutreten, die eine solche freiheitliche Gesellschaft nicht akzeptieren wollen.

Es darf aber nicht bei Sonntagsreden bleiben. Wir brauchen konkrete Maßnahmen gegen Diskriminierung. Deswegen ist es völlig inakzeptabel, dass die Antidiskriminierungsstelle des Bundes seit mehr als einem Jahr unbesetzt ist. Bundesministerin Dr. Franziska Giffey (SPD) wollte ihrer Parteifreundin Nancy Böhning diesen Posten zuschanzen, die zuvor die SPD-Parteizentrale verlassen musste. Es ist gut, dass ein Gericht dieses Postengeschacher untersagt hat. Jetzt muss Giffey aber liefern – die wichtige Stimme der Antidiskriminierungsbeauftragten fehlt bei aktuellen Gesetzgebungsvorhaben wie der Reform des Transsexuellengesetzes. Die vorherige Leiterin Frau Lüders hat mit ihrem Engagement und ihrer Expertise viel für Vielfalt und Gleichstellung erreicht. Frau Dr. Giffey muss dafür sorgen, dass diese Stimme nicht länger schweigen muss. Parteiinteressen dürfen hier keine Rolle spielen!“

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