Der Tempelhof-Schöneberger Bundestagsabgeordnete Dr. Jan-Marco Luczak besuchte im Rahmen des EU-Projekttages die Lichtenrader Carl-Zeiss-Oberschule. Ziel war es, bei den Schülerinnen und Schülern das Interesse an der Europäischen Union (EU) zu wecken und für die Zukunft Europas zu werben.

Nach einer herzlichen Begrüßung durch den Schulleiter Stephan Zapfe, der Fachbereichsleiterin für Gesellschaftswissenschaften, Monika Lange, eröffneten zwei der Schüler als Moderatoren die Podiumsdiskussion. Bevor Luczak, ehemaliger Schüler der Ulrich-von-Hutten, die Fragen der interessierten Geschichtsleistungskurslern beantwortete, hatte er selbst eine Frage: „Ich war Schüler der UvH – ich hoffe, Ihr habt nichts gegen Eure Konkurrenz-Schule?“ Die Schüler lachten. „Natürlich nicht“, antwortete einer von ihnen.

Angesichts der jüngsten Wahlen in Griechenland ging Luczak gleich auf die aktuelle Krise in Europa ein und erläuterte die Hintergründe und Zusammenhänge. Er machte deutlich, dass es sich dabei nicht um eine Krise des Euro, sondern um eine Staatsschuldenkrise handele. Viele Länder hätten in der Vergangenheit unsolide gewirtschaftet, hätten mehr Geld ausgegeben als eingenommen. Luczak: „Irgendwann war das Vertrauen in diese Länder an den Finanzmärkten weg. Neue Kredite gab es nicht mehr oder nur noch mit extrem hohen Zinsen. Die Krise war da. Deshalb bin ich der Überzeugung: Wir können Schulden nicht mit noch mehr Schulden bekämpfen. Wir müssen die Haushalte sanieren, wenn wir eine Zukunft haben wollen!“ Auf die Frage, ob Luczak den Austritt Griechenlands aus der Eurozone für möglich halte, antwortete dieser: „Das müssen wir wenn irgend möglich verhindern. Das würde nicht nur Griechenland in den Abgrund reißen. Es besteht auch die Gefahr, dass wir und andere Länder davon mit angesteckt werden. Mit den Rettungspaketen üben wir nicht nur Solidarität für Griechenland, sondern schützen auch und vor allem unsere Arbeitsplätze und unsere Wirtschaft!“

Am Ende der zweistündigen Diskussionsrunde hielt Luczak ein flammendes Plädoyer für ein starkes Europa: „Wir brauchen ein einiges und starkes Europa, um uns in der Welt zu behaupten. Wenn wir gegenüber China und Indien in zwanzig oder dreißig Jahren ökonomisch mithalten und unsere Wertvorstellungen und Prinzipien – Meinungs- und Pressefreiheit, die Gleichberechtigung von Mann und Frau und vieles mehr – auch weltweit zur Geltung bringen wollen, geht das nur gemeinsam. Gleichzeitig eröffnet die EU eine Welt der Möglichkeiten, gerade auch für junge Menschen: Arbeiten, Lernen, Studieren, Reisen – ohne Grenzen. Deshalb brauchen wir Europa!“

Hintergründe

Der EU-Projekttag geht zurück auf die Initiative von Bundeskanzlerin Angela Merkel und fand erstmals 2007 während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft statt. Am EU-Projekttag soll das Interesse von Kindern und Jugendlichen an der Europäischen Union geweckt und das Verständnis für europäische Fragen vertieft werden.

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