Luczak, der sich innerhalb der CDU seit vielen Jahren für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben einsetzt, ist von der Ablehnung überaus enttäuscht: „Es reicht nicht aus, wenn Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig lediglich schöne Symbole produziert und etwa zum Christopher Street Day die Regenbogenfahne vor ihrem Haus hisst. Hilfe muss immer auch konkret sein.“


Der in Tempelhof-Schöneberg direkt gewählte Bundestagsabgeordnete war bereits mehrfach vor Ort und hat sich über die Arbeit des deutschlandweit ersten und bislang einzigen Regenbogenfamilienzentrums informiert: „Ich bin immer wieder beeindruckt davon, mit wieviel Herzblut dieses Projekt vorangetrieben wird. Der Zulauf ist riesengroß und kann kaum bewältigt werden. Das zeigt, welcher Bedarf an Beratung besteht. Auch deswegen dürfen die Mitarbeiterinnen des Zentrums und vor allem die Regenbogenfamilien selbst nicht länger im Unklaren über die Zukunft gelassen werden!“, so Luczak.

Zuletzt war er gemeinsam mit Bundesfamilienministerin Schwesig im Regenbogenfamilienzentrum. Die Ministerin hatte sich seinerzeit sehr angetan von der dortigen Arbeit gezeigt und Unterstützung zugesichert – umso überraschender kam jetzt die Ablehnung: „Dafür habe ich wenig Verständnis. Es muss doch Mittel und Wege geben, die Finanzierung eines solchen Leuchtturmprojekts langfristig sicherzustellen.“

Luczak bleibt aber am Ball: Nach der der Absage des Bundesfamilienministeriums hat er sich nun mit der Bitte um Unterstützung an den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD), gewandt.

Zum Hintergrund:
Im März 2013 wurde in Schöneberg das Regenbogenfamilienzentrum durch den LSVD Berlin-Brandenburg eröffnet. Es bietet Beratung, Vernetzung, Aktivitäten und Gruppenangebote für gleichgeschlechtliche Paare mit Kindern oder Kinderwunsch. Im November 2013 wurde das Zentrum im Rahmen der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ als einer der 100 „ausgezeichneten Orte“ und als einer der Publikumslieblinge geehrt.

Bislang wurde die Arbeit des Zentrums durch die Stiftung Deutsche Klassenlotterie finanziell abgesichert. Diese Förderung läuft zum Ende des Jahres 2015 aus. Die weitere finanzielle Zukunft ist ungewiss.

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