Der Deutsche Bundestag gedenkt alljährlich anlässlich des 27. Januars den Opfern des Nationalsozialismus. Dieser internationale Holocaust-Gedenktag erinnert an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 74 Jahren und an die Millionen Opfer des menschenverachtenden NS-Regimes. Um auch den verfolgten, entwürdigten und ermordeten Homosexuellen ein ehrendes Andenken zu wahren, wandte sich Dr. Jan-Marco Luczak in einem Brief an den Präsidenten des Deutschen Bundestages, Dr. Wolfgang Schäuble. Hierin bittet er, auch die unter dem NS-Regime verfolgten Homosexuellen, die sogenannten Rosa-Winkel-Häftlinge, im Rahmen einer Gedenkstunde des Deutschen Bundestages in besonderer Weise hervorzuheben.

„In der Vergangenheit wurde in der Gedenkstunde im Bundestag auch einzelner Opfergruppen gedacht, die neben den unzähligen Opfern jüdischen Glaubens aufgrund anderer Umstände von den Nationalsozialisten verfolgt und ausgegrenzt wurden. Ich unterstütze ausdrücklich, dass diesen Opfern ein ehrendes Andenken zuteilwird“ so Luczak in seinem Brief.
„Aus meiner Sicht ist auch ein Zeichen der Wertschätzung und des Bemühens um Wiedergutmachung an die unter dem NS-Regime verfolgten Homosexuellen, die sogenannten Rosa-Winkel-Häftlinge, überfällig. Viele der Überlebenden dieser Opfergruppe mussten nach dem Untergang der NS-Diktatur um die Anerkennung als Opfer des Nationalsozialismus kämpfen und waren häufig auch weiterhin staatlichen Repressionen ausgesetzt“ so Luczak weiter.

Luczak setzt sich seit Langem entschieden gegen Homophobie, Hass und Diskriminierung von Homosexuellen und für die Gleichstellung ein. Er nimmt die diesjährige Gedenkveranstaltung zum Anlass, den Bundestagspräsidenten darum zu bitten, die Veranstaltung des Jahres 2021 der Erinnerung an die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität Unterdrückten, Verfolgten und Ermordeten zu widmen. „Die noch lebenden Angehörigen, wie auch diejenigen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Erinnerung an die Rosa-Winkel-Häftlinge wach zu halten, warten auf ein Signal des höchsten deutschen Parlaments gegen die damalige Verfolgung und Erniedrigung. Ich finde, es ist höchste Zeit, auch diesen Opfern in besonderer Weise zu gedenken“ so Luczak in seinem Brief abschließend.

Hintergrund:
Die Bundesrepublik Deutschland und der Deutsche Bundestag haben die rechtliche Gleichstellung sexueller Minderheiten in den vergangenen Jahren Stück für Stück vorangetrieben und Betroffene für erlittenes Unrecht entschädigt. Dass sich das höchste deutsche Parlament auch vor den im Nationalsozialismus aufgrund des § 175 StGB Verfolgten, Entwürdigten und Ermordeten im Rahmen einer Gedenkstunde verneigt, steht allerdings noch aus. Laut Presseberichten beehrt sich der Bundespräsident, die Gedenkrede zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Ausschwitz im kommenden Jahr zu halten. 2021 stellt daher die nächstmögliche Gelegenheit dar.

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