„Weg damit!“, sagt Dr. Jan-Marco Luczak, als er das NPD-Plakat vom Laternenmast entfernt. Der Tempelhof-Schöneberger CDU-Bundestagsabgeordnete hat jetzt ein NPD-Motiv auf dem Mariendorfer Damm abgenommen, das dort seit vielen Monaten hing. „So etwas will ich in meinem Wahlkreis nicht sehen. Berlin ist eine weltoffene und tolerante Stadt“, sagt Luczak. Eine Bürgerin hatte zunächst das Ordnungsamt Tempelhof-Schöneberg auf das Plakat aufmerksam gemacht. Nachdem die Wahlwerbung aber Wochen später noch immer nicht verschwunden war, wandte sie sich nun an den direkt gewählten Abgeordneten Luczak.

Er hat die Sache nach einer kurzen juristischen Prüfung jetzt selbst in die Hand genommen: Der CDU-Politiker schnappte sich eine Leiter und entfernte das Plakat, das drei Meter hoch über dem Gehweg angebracht war. Wahlwerbung von Parteien muss in Berlin spätestens eine Woche nach dem Wahltermin wieder beseitigt werden. Wenn die Parteien sich nicht darum kümmern, ist eigentlich der Bezirk zuständig. Das NPD-Plakat stammte noch von der Europawahl im vergangenen Jahr.

Inzwischen hat sich herausgestellt, dass es offenbar Kommunikationsprobleme zwischen dem Ordnungsamt und dem Straßen- und Grünflächenamt gegeben hat. Anscheinend hat die Weiterleitung der Information innerhalb der Bezirksverwaltung nicht geklappt. Dabei ist der Hinweis der Bürgerin untergegangen und das Plakat blieb hängen.

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