Rund 80 Bürgerinnen und Bürger diskutierten gemeinsam mit Hartmut Reupke, Abteilungsleiter Verkehr in der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Dr. Jan-Marco Luczak, Bundestagsabgeordneter für Tempelhof-Schöneberg und Hildegard Bentele, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses für Lichtenrade, im Gemeinschaftshaus Lichtenrade.

Nach einer Einführung durch Jan-Marco Luczak in das Thema des Abends „Vorfahrt fürs Fahrrad? Rot-rot-grüne Verkehrspolitik trifft auf Lichtenrade“ legte Reupke die aus seiner Sicht guten Ansätze des neuen Mobilitätsgesetzes dar, welches im Sommer im Abgeordnetenhaus von Rot-Rot-Grün verabschiedet worden war. Dabei prägte er das Wort "Flächengerechtigkeit", um für die Pläne zu werben, zukünftig unter anderem auf Hauptverkehrsstraßen im besten Falle baulich getrennte Fahrradwege anzulegen. Ziel müsse es sein, die Verkehrsträger des sogenannten Umweltverbundes (ÖPNV, Fußgänger, Radfahrer) zu stärken und so eine Flächengerechtigkeit herzustellen, so Reupke. Die kritischen Diskussionsbeiträge bezogen sich häufig auf die fehlenden Aspekte des neuen Gesetzes. So wurde von Hildegard Bentele kritisiert, dass das Gesetz den Autoverkehr gänzlich außer Acht lasse, und ein Umsteigen auf den ÖPNV aufgrund der hohen Preise, der Sicherheitsbedenken oder fehlender Park + Ride-Möglichkeiten zu selten attraktiv sei.
Luczak kritisierte darüber hinaus, dass der Senat es nicht für nötig erachte, den Neubau der Dresdner Bahn zu nutzen, um an der Buckower Chaussee einen Regionalbahnhof zu bauen und auch die U6 über Alt-Mariendorf bis nach Lichtenrade zu verlängern. Luczak: „Die Lichtenrader müssen einen konkreten Vorteil haben, wenn sie auch die negativen Auswirkungen der Dresdner Bahn ertragen müssen. Eine schnelle Anbindung an den BER wäre eine gute Möglichkeit, auch für das angrenzende Gewerbegebiet Motzener Straße. Der Pendlerverkehr nimmt an der Stadtgrenze stetig zu, aber der Senat hat es schlichtweg verschlafen, Lichtenrade an das U-Bahn-Netz anzubinden“. Luczak habe den Regierenden Bürgermeister hierzu bereits zweimal angeschrieben aber keine konkrete Antwort erhalten. “Im Senat gibt es offenbar nur Gedankenspiele, aber keinerlei konkrete Planungen“, so Luczak.
Aus einigen Beiträgen wurde die Sorge deutlich, dass das neue Mobilitätsgesetz den Fokus zu sehr auf die Innenstadt lege und die Außenbezirke wie Lichtenrade und deren spezifischen Mobilitätsbedürfnisse nicht beachte.

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