Geht es nach dem Willen von Grünen und SPD in Tempelhof Schöneberg, soll die Handjerystraße in Friedenau in eine Fahrradstraße umgewandelt werden. Das bedeutet, dass ein breiter Fahrradstreifen angelegt wird, der es ermöglicht, in beide Fahrtrichtungen und nebeneinander zu fahren. Durch die Umwandlung entfallen alle Stellplätze für Autos auf einer Seite der Fahrbahn. Zu einer Bürgerbeteiligung kam es trotz der fortgeschrittenen Pläne nie. Deswegen startete Jan-Marco Luczak gemeinsam mit der Friedenauer CDU und seinem Kollegen aus dem Berliner Abgeordnetenhaus Roman Simon eine Umfrage unter den Anwohnerinnen und Anwohnern rund um die Handjerystraße, um ein Meinungsbild einzuholen: „Bei so einschneidenden Veränderungen für die Menschen vor Ort müssen diese mitgenommen und befragt werden. Dass Rot-Grün keinerlei Bürgerbeteiligung durchgeführt hat und die Menschen offensichtlich vor vollendete Tatsachen stellen will, ist das Gegenteil dessen, was diese beiden Parteien sich sonst auf die Fahnen schreiben. Deswegen holen wir als Union das jetzt nach. Das Interesse und die Beteiligung an der Umfrage ist riesengroß, und auch der Dank, dass die CDU hier Bürgernähe zeigt.“

Die Entscheidung geht auf einen Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung aus dem Jahr 2015 zurück. Bereits damals hatte die CDU der Umwandlung in eine Fahrradstraße nicht zugestimmt, weil weder Anwohnervertreter noch Automobilverbände zu den Beratungen im Vorfeld des Beschlusses eingeladen wurden, sondern nur sehr einseitig etwa der Allgemeine Deutsche Fahrradclub befragt wurde. Eine Bürgerbeteiligung zu diesem Vorhaben ist bis heute nicht erfolgt – sie ist auch nicht geplant: Die rot-grüne Zählgemeinschaft im Bezirk hat für dieses Jahr lediglich eine Informationsveranstaltung angekündigt. „Meine Vorstellung von echter Bürgerbeteiligung ist eine andere“, zeigt sich, Jan-Marco Luczak verwundert: „Wenn man Bürgerinnen und Bürger erst am Ende eines Entscheidungsprozesses über das Ergebnis informiert, stellt man sie vor vollendete Tatsachen. Das ist das Gegenteil von Bürgernähe und sorgt für Politikverdrossenheit. Das wollten mein Kollege Roman Simon und ich anders machen, deswegen haben wir diese Initiative gemeinsam Inga Frohmann als stellvertretender Vorsitzende der CDU Friedenau gestartet.“

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