Homosexuelle Paare können in Deutschland heute ganz selbstverständlich standesamtlich heiraten. Wenn sie sich ihr gemeinsames Versprechen füreinander aber auch kirchlich abgeben wollen, so wird ihnen dies durch die katholische Kirche weiterhin versagt. Das hat der Vatikan unlängst in einem Dekret noch einmal klar gestellt. Jan-Marco Luczak, direkt gewählter Bundestagsabgeordneter von Tempelhof-Schöneberg, bedauert dies. Für ihn hat die katholische Kirche damit eine historische Chance vertan, sich von vielen alten Fesseln zu befreien und ein starkes Zeichen für eine moderne und weltoffene und den Menschen zugewandte Kirche zu setzen.

„Unsere Gesellschaft ist offener, bunter und vielfältiger geworden. Homosexuelle Paare können heute in Deutschland ganz selbstverständlich standesamtlich heiraten und als Paar gemeinsam Verantwortung füreinander übernehmen, sich Treue versprechen und füreinander einstehen – in guten wie in schlechten Tagen. Die Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare vor fast vier Jahren durch den Deutschen Bundestag hat dabei erheblich zur Gleichstellung homosexueller Partnerschaften beigetragen“, so Luczak.

„Homosexuelle Paare, die ihr gemeinsames Versprechen füreinander hingegen auch kirchlich abgeben wollen, wird dies durch die katholische Kirche weiterhin versagt. Dabei wäre dies für viele homosexuelle Paare weltweit ein ganz besonderer, historischer Meilenstein in ihrem jahrzehntelangen Kampf um Anerkennung und Gleichberechtigung“, bedauert Luczak die Entscheidung aus dem Vatikan.

„Die katholische Kirche hätte sich mit diesem einen Schritt von vielen Fesseln befreien und ein starkes Zeichen für eine moderne, weltoffene und den Menschen zugewandte Kirche setzen können“, führt Luczak weiter aus. „Nach vielen schwierigen Jahren des Umbruchs wäre dies ein ganz klares und deutliches Zeichen gewesen: die Kirche ist im Hier und Jetzt angekommen. Diese historische Chance hat sie vertan. Das bedaure ich. Es wäre für beide Seiten ein Gewinn gewesen und ein Tag geworden, der weltweit Geschichte geschrieben hätte“.

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