Jahrzehntelang wurden Soldatinnen und Soldaten der deutschen Streitkräfte wegen ihrer Homosexualität benachteiligt. Um dieses Unrecht zu tilgen, wird die Bundesregierung die betroffenen Soldatinnen und Soldaten nun rehabilitieren. Es sollen Verurteilungen der Wehrdienstgerichte aufgehoben und Entschädigungen gezahlt werden. Jan-Marco Luczak, direkt gewählter Bundestagsabgeordneter für den Bezirk Tempelhof-Schöneberg, setzt sich seit Langem für LGBTIQ-Rechte ein und hatte auch das Gesetz zur Rehabilitierung homosexueller Soldaten lange eingefordert.

„Jahrzehntelang wurden homosexuelle Soldatinnen und Soldaten systematisch diskriminiert und schikaniert. Sie wurden von Beförderungen ausgeschlossen oder unehrenhaft entlassen. Ganze Karrieren und Biografien wurden zerstört, Menschen traumatisiert. Diese vielen Schicksale haben es verdient, dass wir uns bei ihnen entschuldigen, ihnen unsere Wertschätzung aussprechen und ihnen die Hand zur Versöhnung reichen“, kommentiert Luczak das neue Gesetz.

Mit diesem Gesetz setzen wir jetzt endlich ein klares Zeichen. Wir zollen den Opfern unseren Respekt, indem wir die Fehler der damaligen Zeit offiziell anerkennen, uns dafür entschuldigen und um Wiedergutmachung bemühen. Es ist richtig und gut, dass dabei kein Unterschied gemacht wird, ob das Unrecht in der Bundesrepublik oder auf dem Gebiet der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik geschehen ist. Denn Unrecht bleibt Unrecht, wo immer es auch geschieht.

Geschehenes Leid können wir nicht rückgängig machen, aber von dem Gesetz geht auch ein starkes und wichtiges Signal für unsere Gesellschaft aus - kein Mensch darf aufgrund seiner sexuellen Identität ausgegrenzt, verfolgt oder diskriminiert werden. Damit dies in unserer Gesellschaftsordnung fest verankert wird, setze ich mich weiter für die Ergänzung des Gleichheitsartikels im Grundgesetz und den Schutz der sexuellen Identität ein. Das wäre ein deutliches Bekenntnis zu einer offenen und freiheitlichen Gesellschaft, in der Homosexuelle ganz selbstverständlich dazugehören und ein Recht darauf haben, angst- und diskriminierungsfrei zu leben.“

Weitere Informationen zum Gesetz gibt es hier.

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