Gewalt und Anfeindungen gegen LSBTIQ*-Menschen sind leider auf dem Vormarsch. In Deutschland stieg die Zahl der homophob motivierten Straftaten in 2020 gegenüber dem Vorjahr um rund ein Drittel. Von 2018 auf 2019 war die Steigerung mit rund 60 Prozent sogar noch deutlicher. „Wir leben in einem freien Land. Diese Menschen sind aber nicht frei, weil sie aus Angst vor Übergriffen ihre sexuelle Identität nicht offen leben können. Das ist nicht akzeptabel“, zeigt sich Jan-Marco Luczak betroffen. Er setzt sich daher für die Aufnahme des Schutzes der sexuellen Identität in das Grundgesetz ein, um ein klares Zeichen gegen Hass und Diskriminierung zu setzen.

„Weil es diese vielen homophoben Übergriffe gibt und sie Angst davor haben, leben 40 Prozent der Community ihre sexuelle Identität nicht aus oder verschweigen sie komplett. Wir leben in einem freien Land, aber diese Menschen sind nicht frei, das ist ein unhaltbarer Zustand“, so Luczak, direkt gewählter Bundestagsabgeordneter für Tempelhof-Schöneberg, in seiner viel beachteten Rede vor dem Deutschen Bundestag. „Deswegen brauchen wir ein klares Signal. Kein Mensch darf aufgrund seiner sexuellen Identität ausgegrenzt, verfolgt oder diskriminiert werden. Wir sind eine freie, offene und auch bunte Gesellschaft, in der jeder leben und auch lieben können muss, wie er will. Das müssen wir nicht nur in Appellen oder in Sonntagsreden immer wieder sagen, sondern es bedarf auch ganz konkreter Schritte, um das zu erreichen“, fuhr Luczak fort.

Luczak sprach sich daher erneut für die Aufnahme des Schutzes der sexuellen Identität in Artikel 3 Absatz 3 des Grundgesetzes aus. „Unser Grundgesetz steht für jene Werte und Prinzipien, die für unsere Rechtsordnung prägend sind. Unsere Verfassung hat eine wichtige Leitbildfunktion und deswegen ist dort genau der richtige Ort um den Schutz von Schwulen und Lesben zu adressieren“, erläuterte Luczak. „Die Ergänzung des Gleichheitsartikels wäre ein deutliches Bekenntnis zu einer freien, zu einer offenen Gesellschaft, in der Schwule und Lesben selbstverständlicher Teil der gesellschaftlichen Normalität sind und ein Recht darauf haben, angst- und diskriminierungsfrei leben zu können“, so Luczak weiter.

Hierzu hat Luczak unter anderem auch mit QueerBW, der Interessenvertretung der lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Angehörigen der Bundeswehr, gesprochen.

Die Rede von Dr. Jan-Marco Luczak im Deutschen Bundestag finden Sie hier.

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