Stalking ist kein Kavaliersdelikt. Die Täter drangsalieren ihre Opfer - zumeist Frauen - zu jeder Tages- und Nachtzeit, stellen ihnen nach und lauern ihnen vor der Arbeitsstelle oder zu Hause auf. Die Betroffenen werden in ihrer Privatsphäre massiv beeinträchtigt und psychisch schwer belastet. Längst ist Stalking auch im digitalen Bereich angekommen. Dr. Jan-Marco Luczak will die Opfer von Stalking - zumeist Frauen – besser schützen und den Tätern klare Grenzen aufzeigen, sowohl real als auch digital.

"Stalking ist eine besonders perfide Tat“, erläutert Luczak. „Die Opfer sind meistens Frauen. Sie werden psychisch massiv belastet und in ihrer Freiheitssphäre beeinträchtigt. Wir müssen Opfer daher besser vor diesen Tätern schützen, auch mit dem Strafrecht“, so Luczak weiter. Das Bundeskabinett hat dazu am vergangenen Mittwoch einen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht. „Als Union wollen wir den Tatbestand der Nachstellung verschärfen und Opferschutz klar vor den Täterschutz stellen. Wir wollen ein früheres Vorgehen gegen die Täter ermöglichen, indem wir die Anforderungen an ein strafbares Verhalten von Stalkern herabsetzen“, erläutert Luczak. „In besonders schwerwiegenden Fällen, zum Beispiel wenn der Täter seinem Opfer über einen langen Zeitraum nachstellt, wollen wir außerdem eine Mindeststrafe von drei Monaten und eine Höchststrafe von bis zu fünf Jahren ermöglichen. Täter sollen abgeschreckt werden, aber bietet den Opfern auch mehr Sicherheit und die Chance auf eine echte psychische Erholung, nachdem sie jahrelang schwersten Psychoterror ausgesetzt waren“, führt Luczak fort. Die Auswirkungen von Stalking sind enorm. Die Opfer haben oft einen langen psychischen Leidensweg hinter sich. Für Luczak ist daher klar, „die Opfer müssen wissen, dass sie nicht alleine sind. Der Rechtsstaat ist auf ihrer Seite – das machen wir mit dem Gesetz noch einmal ganz deutlich“.

Stalking ist längst auch in der digitalen Welt angekommen. Täter verschaffen sich hier beispielsweise Zugang zu den Konten der Opfer in sozialen Netzwerken oder legen in ihrem Namen Konten an, auf denen sie bloßstellende Bilder veröffentlichen. Auch der Einsatz von sogenannter Stalkerware, also etwa die Installation von Computerprogrammen auf Mobiltelefonen, mit deren Hilfe die Täter den Aufenthaltsort des Opfers ausspähen können, ist mittlerweile gängige Praxis. „Auch dieser Form des Cyberstalkings und der Nutzung von Stalkerware müssen wir strafrechtlich begegnen“, so Luczak. „Mit dem Gesetz zeigen wir Tätern ganz klar ihre Grenzen auf. Wir werden Stalking, egal ob in der realen oder digitalen Welt, konsequent bestrafen und die Opfer besser schützen“, so Luczak weiter.

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